Heute geschlossen, wegen Geburtstag (plus Nachtrag)
Morgen bin ich wieder am Start, heute beschenke ich mich selbst mit diesem Video. Achja, und wenn mir jemand auf die schnelle noch etwas backen will, dann das hier!
Nachtrag vom 09.09.2008
In ein paar Wochen werde ich mich über das, was ich jetzt schreibe ärgern. Schlimmer, es wird mir peinlich sein. Ich werde mich dann fragen, warum ich es für nötig halte, sowas im Internet zu schreiben. Wen das interessiert. Ich werd dann drüber nachdenken, den Nachtrag heimlich zu löschen, weil ich mir einrede, dass es eh keiner merkt. Aber wird es davon besser? Wohl nicht. Es ist wie mit diesen kleinen Rissen im Nagelbett, an denen man trotzdem rumkaut, obwohl es schon geblutet hat und der ganze Finger eigentlich vor Schmerz pocht. Man will doch nur das der Riss weg ist. Von außen schauen einem die Leute auf die Finger und fragen sich, wie bescheuert dieser Mensch eigentlich sein muss, dass er sich die Finger so zerkaut. Man selber kann es nicht ändern, aber die Zufriedenheit, wenn alles abgeheilt ist und die Gewissheit, dass es ganz bestimmt nicht auf diese Art abgeheilt wäre, wenn man den Finger nicht genau nach diesem Ritual mit den Zähnen bearbeitet hätte kann man niemandem beschreiben. Weiter nach dem Klick.
Jedes Jahr befällt mich an meinem Geburtstag eine heftige Melancholie, mal mehr, mal weniger schlimm. Gestern abend, in familiärer Runde habe ich dann irgendwann laut gedacht und gesagt, dass sich das wahrscheinlich erst wieder ändern wird, wenn der Kapitän mit einer wunderkerzenbepflanzten Eisbombe und einer Armada von Stewardessen hereinmarschiert kommt. Auf einem Kreuzfahrtschiff. Im Bett dann die Erkenntnis, wie ich das überhaupt gemeint hab. Die Eisbombe als tortegewordene Ziellinie des Lebens. Pensoniert auf der AIDA. Beim Traumschiff sitzt niemand da und bekommt die Eisbombe, während er über seine zerrüttete Ehe nachdenkt. Und über seine Kinder, denen er ein so abschreckendes Beispiel gewesen ist, dass sie gar nicht erst selbst Eltern geworden sind, sondern Unternehmensberater mit 70 Stunden Woche.
Meine Geburtstagsmelancholie ist ganz deutlich von Unsicherheit geprägt. Was kommt auf mich zu? Was kann ich schon nicht mehr ändern? Wieviel liegt wirklich in meiner Hand? Seit ich vor gut sechs Jahren von zuhause ausgezogen bin, weg vom beschaulichen Land, wo Problembewältigung meist nicht viel mehr Dramatik umfasst, als dass man dem Nachbarn auf der Straße nicht “Guten Tag!” gesagt hat, weg vom Gymnasium und der Schulzeit, weg vom abends auf dem Dorfsportplatz noch Tennis spielen, bis man den Ball nicht mehr sehen kann, weg vom Bach vor der Haustür, über den ich mich damals immer nur geärgert hab, weil er im Sommer den Mücken eine paradisische Brutstätte ist, weg von den Freunden, mit denen man sich über nicht viel mehr als Computerspiele und Pamela Anderson unterhalten hat, weg vom mit den Hunden ausgehen müssen, weg von der Freundin, mit der man seine Erfahrungen gesammelt hat, dem selbstgekochten Mittagessen, dem Busfahrkartenfälschen, dem Schützenfest, dem Heidegeruch, dem Kastanielnsammeln, weg vom mit der Zwille Scheiben von verlassenen Häusern zerschießen, weg von Michael Knight und Bill Cosby, weg von Gemüse essen müssen und die zweite Halbzeit nicht mehr gucken dürfen, weg von den überfahrenen Katzen, die alle bei uns im Garten begraben liegen, dem Friedhof der Kuscheltiere - seit dem ist mein Leben von Unsicherheit geprägt.
Die einen kommen damit klar, die anderen tun nur so und wieder andere warten auf die Eisbombe. “Wo fing es an und wann?” sangen die Sterne, “The drugs don’t work” stellten The Verve fest. Gestern habe ich mehr automatisierte Geburtstagsemails- und -sms, von Titus, von Amazon, von o2 und wie sie alle heißen bekommen, als von allen Leuten, mit denen ich eine menschliche Beziehung pflege zusammen. Mein schönstes Geburtstagsgeschenk war die Nachricht, das nach fast 20 Jahren an einem Script zu Ghostbusters III geschrieben wird. Sie sind alle dabei, Dan Akroyd, Bill Murray und Harold Ramis.

Na dann lass dich heute mal feiern. Alles Gute zum Wiegenfest und viel Erfolg bei deiner Arbeit! MIt dem Kuchen wird es aber leider nix werden…
Herzliche Gratulation und danke für diesen Blog.
Hi, ich lese mich lese gern deinen Blog und meld mich jetzt auch mal zu Wort: Herzlichen Glückwunsch zum Geburstag und viel glück mit den Brownies!
Arr mist Tippfehler, du weißt, was ich mein
na dann alles gute..!
Hey, Alles gute zum Geburtstag!
Super Blog, mein favorit!
Vielen Dank euch!
[...] dann kann man sich vorstellen wie peinlich es aussieht, wenn ein 26-jähriger 27-jähriger wie ein 6-jähriger mit 50 cm Abstand und verkrümmtem Rücken vor seinem riesigen [...]